Ökologie & Nachhaltigkeit – Juni 2016

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Dienstag 07.06.16 – 18Uhr – ZHG009:
Vorstellung des Studienzertifikates „Studium Oecologicum“ an der Universität Göttingen durch die betreuenden Dozierenden
https://www.uni-goettingen.de/de/73447.html

Donnerstag 09.06.16 – 18Uhr – ZHG008:
Vorstellung der Solidarischen Imkerei Witzenhausen und Dokumentarfilm „More than honey“ (D, 2012, 90min) von „Gesellschaft&Nachhaltigkeit16“
http://www.morethanhoney.senator.de/

Dienstag 14.06.16 – 18Uhr – ZHG008:
Dokumentarfilm „Projekt A“ (D, 2016, 87min)
http://www.projekta-film.net/de/

Alle Veranstaltungen sind mit freiem Eintritt.

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Dienstag 07.06.16 – 18Uhr – ZHG009:
Vorstellung des Studienzertifikates „Studium Oecologicum“ an der Uni Göttingen durch die betreuenden Dozierenden
von AStA Uni Göttingen

„Im „Studium Oecologicum“ können Sie sich gezielt mit den immer komplexer werdenden Herausforderungen unserer Zeit wie z.B. Klimawandel, Bevölkerungswachstum, soziale Ungerechtigkeit, zunehmende Ressourcenknappheit oder schwindende Artenvielfalt auseinandersetzen und an Perspektiven einer Nachhaltigen Entwicklung mitarbeiten. Das interdisziplinäre Programm entstand 2014 und umfasst Veranstaltungen der Naturwissenschaften, Geistes- und Gesellschaftswissenschaften und eine Grundlagenveranstaltung, welche im Umfang von 18 Credits erworben werden können.“
https://www.uni-goettingen.de/de/73447.html
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Donnerstag 09.06.16 – 18Uhr – ZHG008 Dokumentation „More Than Honey“ (D, 2012, 90min) und Input der „Solidarischen Imkerei“ Witzenhausen

Vor dem Film wird es -unterstützt durch den AStA Göttingen- einen Input des
„Beehive Collective – Unkontrolliert ökologische Imkerei“ der Solidarischen Imkerei Witzenhausen geben. Die Wanderimkerei der Region stellt ihr Konzept vor, bietet Anteile an und kann Fragen zum Thema beantworten.
„Mehr als ein Drittel unserer Nahrungsmittel ist abhängig von der Bestäubung durch Bie-nen. Der Physiker Albert Einstein soll gesagt haben: Wenn die Bienen aussterben, sterben vier Jahre später auch die Menschen aus.
Beginnend bei einem Imker in den Schweizer Bergen ist der Regisseur Markus Imhoof rund um die Welt gereist. In die USA, wo die Bienen in industriellem Maßstab von Monokultur zu Monokultur transportiert werden, oder nach China, wo in gewissen Regionen die Blüten bereits von Hand bestäubt werden müssen. Er trifft in Arizona Fred Terry, der sich auf Killerbienen spezialisiert hat, in Österreich die Familie Singer, die Königinnen züchtet und in die ganze Welt verschickt. Er interviewt WissenschaftlerInnen, erzählt von der phä-nomenalen Intelligenz der Bienen und ihrem sozialen Zusammenleben. Schlussendlich sind wir in Australien, wo das Bienensterben noch nicht angekommen ist und wo die junge Fa-milie Baer-Imhoof ihre Forschung betreibt. Wird dort, auf einer einsamen Insel im Pazifik, die Arche Noah der Bienen sein?
Der Regisseur Markus Imhoof war schon früh mit der einzigartigen Welt der emsigen In-sekten vertraut und ist auch heute noch familiär mit ihnen verbunden: Früher der Großva-ter ‚und mittendrin der alte Mann mit Strohhut, ohne Schutz. Die Bienen taten ihm nichts, als ob sie ihn kannten‘, heute sind es seine Tochter und sein Schwiegersohn, die in Austra-lien ein Forschungsprojekt mit Bienen leiten.
Neben den Makroaufnahmen verwendete Imhoof ein ganzes Arsenal an Bildtechniken, welche die verschiedenen Handlungsstränge des Films immer auch aus dem Blickwinkel der Bienen erzählen: Radarbilder, Wärmekameras, Infrarot-, UV- , Magnetresonanz-, Zeit-raffer- und Satelliten-Aufnahmen geben Einblicke in eine Welt, die dem menschlichen Auge normalerweise verborgen bleibt. MORE THAN HONEY ist kein weiterer Film über das Medienereignis Bienensterben. Es geht um das Leben, um Menschen und Bienen, um Fleiß und Gier, um Superorganismen und Schwarmintelligenz.“
http://www.morethanhoney.senator.de/
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Dienstag 14.06.16 – 18Uhr – ZHG008:
Dokumentarfilm „Projekt A“ (D, 2016, 87min)

„Der Dokumentarfilm „PROJEKT A“ taucht ein in die vielschichtige Welt der Anar-chist*innen und bricht mit den gängigen Klischees über Steinewerfer und Chaoten. Er er-öffnet viel mehr den Blick auf eine Bewegung, die das Unmögliche fordert, an den Grund-festen unserer Gesellschaft rüttelt und gerade deshalb das Augenmerk auf zentrale unge-löste Fragen unserer Zeit lenkt. Der Film handelt von einer politischen Bewegung, ihrer Theorie und den Menschen, die sich für deren Verwirklichung einsetzen.
Hanna, Mariano, Didac, Margarita und Makis sind Anarchist*innen. Sie träumen von einer freien Gesellschaft. Sie entwerfen konkrete Visionen einer anderen Welt und versuchen diese in ihrem Leben umzusetzen. Sie glauben daran, dass Menschen herrschaftsfrei leben können, ohne Staat, ohne Polizei, ohne Gesetze und Justiz – aus heutiger Sicht eine ab-surde Vorstellung. Ihr Leben ist ein Ringen mit Obrigkeiten, Konventionen und Vorurteilen. Egal ob in Spanien, Griechenland oder Deutschland, überall treten sie für ihre Ideale ein und bleiben trotz aller Rückschläge und auch Repressionen durch den Staat kämpferisch.
Anarchie ist ein radikaler Ansatz und die Protagonist*innen von PROJEKT A stellen die Grundprinzipien der kapitalistischen Weltordnung in Frage. Und damit sind sie nicht mehr alleine. Zwanzig Jahre nach dem Zusammenbruch des real existierenden Sozialismus stellen weite Teile der Gesellschaft ebenso den Kapitalismus als zukunftsfähiges Gesell-schaftsmodell in Frage. Welche Alternativen bietet der Anarchismus?“
http://www.projekta-film.net/de/
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Impressum „Gesellschaft & Nachhaltigkeit16“
Es fanden bereits Veranstaltungsreihen „Gesellschaft und Nachhaltigkeit“ statt: im WiSe 14/15 der über Crowdfunding-finanzierte Film „The Age of Stupid“ und Fatih Akins „Müll im Garten Eden“. Im Wintersemester 2015/16 liefen Dokumentarfilme wie „10Milliarden“ von Foodsharinggründer Valentin Thurn, „Chasing Ice“ von Jeff Orlowski und „Das Salz der Erde“ von Wim Wenders; auch waren ReferentInnen eingeladen wie Dana Giesecke der Stiftung „FuturZwei“, Autor und Politologe Stefan Kreutzberger und Suffizienzforscher Oliver Stengel. Jetzt im Sommersemester liefen bereits die Dokumentarfilme „BrückenJahre“ und „Energieland“ im Themenbereich Braunkohle, Umsiedlung und Kohlendioxidlagerung im Bezug auf das Klimacamp in der Lausitz; und ein Vortrag des ehemaligen Leiters des Wuppertaler Institutes für Klima, Umwelt und Energie Prof. Hennicke „Die ökologische Transformation: Eine machbare Vision?“.

Die Reihe ist gefördert aus Mitteln der Sozialwissenschaftliche Fakultät der Universität Göttingen. Weitere Informationen unter: q-handel.org

 

Vergangene Veranstaltungen:

Dienstag 31.05.16 – 18Uhr – ZHG009:
Vortrag des Umwelthistorikers Prof. Joachim Radkau zu „Zwischen Herausforderungen der Gegenwart und der Zukunft: ein noch zu erkundendes Spannungsfeld der Umweltbewegung“ von „Gesellschaft&Nachhaltigkeit16“
http://www.joachim-radkau.de/

Donnerstag 02.06.16 – 18Uhr – ZHG008:
Dokumentarfilm „Die Reise zum sichersten Ort der Erde“ (Ch/D, 2013, 100min) und Input des Göttinger Arbeitskreis gegen Atomenergie (GAGA) und dem AntiAtomPlenum Göttingen (AAP) http://www.diereisezumsicherstenortdererde.ch/de/

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Di 31.05.16 – 18Uhr – ZHG009: Vortrag des Umwelthistorikers Prof. Joachim Radkau

„Zwischen Herausforderungen der Gegenwart und der Zukunft:
Ein noch zu erkundendes Spannungsfeld der Umweltbewegung“
Der Umwelthistoriker mit den Schwerpunkten Technik-, Umwelt- und Medizingeschichte, sowie Didaktik der Geschichte. 2011 veröffentlichte er das Buch „Die Ära der Ökologie“, welche die Weltgeschichte der Umweltbewegungen thematisiert.
„Proteste gegen eklatante Umweltschädigungen durch Industriebetriebe reichen bis weit in das 19. Jahrhundert zurück. Das Neuartige der „ökologischen Revolution“, die um 1970 weltweit einsetzte, war die Auseinandersetzung mit künftigen, teilweise hypothetischen Gefahren. Die Anti-AKW-Bewegung begann, ohne dass bereits eine Katastrophe in einem Atomkraftwerk vor Augen gestanden hätte; Vergleichbares gilt für den Protest gegen die Gentechnik. Mit den „Grenzen des Wachstums“ wurde Alarm geschlagen, als diese noch nicht erreicht und noch weithin unsicher waren; der Alarm über die globale Erwärmung begann, als aktuelle Klima-Erfahrungen noch sehr wechselnd waren.
Mit dem Ziel „Nachhaltigkeit“ wurde diese Zukunftsorientierung seit dem Brundtland-Bericht von 1987 („Our Common Future“) auf den Begriff gebracht. Und doch kam und kommt der vitale Antrieb vieler Umwelt-Initiativen aus einem Hier und Jetzt, aus aktuellen sinnenhaften Herausforderungen durch evidente Umweltschäden. Eine monomanische Fixierung auf bestimmte künftig drohende Gefahren kann mit dieser vitalen Basis kollidieren. Wer alles einzig unter dem Aspekt einer kommenden Klimakatastrophe beurteilt, muss großflächige Biosprit-Produktion ebenso wie Atom- und Wasserkraftwerke befürworten. Das mitunter heikle Problem der Vermittlung von Gegenwart und Zukunft ist in der Umweltbewegung noch weithin unausdiskutiert; das Gleiche gilt für die Frage, wie man mit der Unsicherheit der Zukunft, der Mehrzahl möglicher Zukünfte umgeht. Was hat man von der Tradition der Paradies-Apokalypse-Zukunftsalternativen zu halten? Braucht die Umweltbewegung Utopien, und wenn ja: Welche Kriterien müssen diese erfüllen, wie konkret müssen sie sein? Das lässt sich am Beispiel von Michael Braungarts „Cradle to Cradle“ diskutieren.“
http://www.joachim-radkau.de/
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Donnerstag 02.06.16 – 18Uhr – ZHG008:
Dokumentarfilm „Die Reise zum sichersten Ort der Erde“ (Ch/D, 2013, 100min) und Input des Göttinger Arbeitskreis gegen Atomenergie (GAGA) und dem AntiAtomPlenum Göttingen (AAP) von AStA Uni Göttingen

„Wie ist der aktuelle Stand bei der Suche nach dem ’sichersten Ort Deutschlands‘, an dem der Hochrisikomüll aus der Atomtechnik gelagert werden kann? Warum war die Suche bisher nicht erfolgreich? Und welche Risiken hinterlassen wir den folgenden Generationen, wenn keine Lösung für das Atommüllproblem gefunden wird? Der Physiker Wilhelm Pflüger vom „Göttinger Arbeitskreis gegen Atomenergie“ wird versuchen, die Fragen, die der Film angerissen hat, auf die konkrete Situation in Deutschland zu beziehen.“
„Der Dokumentarfilm des Schweizer Regisseurs Edgar Hagen, geht mit eindrucksvollen Bildern auf die weltweite Suche nach einer Möglichkeit die 350.000 Tonnen Atommüll, die weltweit bereits produziert wurden, sicher zu lagern. Dabei begleitet er den Endlagerex-perte Charles McCombie, der fest davon überzeugt ist, dass es einen solchen Ort eines Tages geben wird. Jedoch kommen jedes Jahr weitere 10.000 Tonnen radioaktiven Abfalls hinzu und eine geeignete Endlagerung gibt es bis heute nicht.
Strahlenmüll stellt dort, wo er sich aufhält, stets eine Gefahr dar. Weltweit haben sich Atomenergie-Gegner*innen zusammengefunden und sich Jahrzehnte lang mit der Proble-matik von Atomenergienutzung und der letztendlichen Endlagerung beschäftigt. Diese Kompetenzen solle man nicht unterschätzen und einen gegenseitigen Dialog fördern, so Regisseur Hagen.
Deutschland konnte das Problem der Endlagerung bislang auf andere Länder abwälzen, doch 2015 kamen die Abfallprodukte wieder ins Land und sind so für die nächsten Genera-tionen immer eine Bedrohung. Die Problematik der Endlagerung bleibt weiter hochaktuell und sollte in die Diskussion zur Nutzung nuklearer Energie mit einbezogen werden. So soll nach 2 inhaltlichen Hinführungen durch Referent*innen der Film einen ausführlichen Ein-stieg in die Thematik bieten.“
http://www.diereisezumsicherstenortdererde.ch/de/

 

 

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Dienstag 26.04.2016 – 18Uhr – ZHG009

BrückenJahre (2014, 98min, D) mit Filmemacher Peter Benedix

brueckenjahre.de // startnext.com/brueckenjahre


Donnerstag 28.04.2016 – 18Uhr – ZHG009

Energieland (2011, 86min, D, Johanna Ickert)

http://www.energieland-film.de/ // www.filmuniversitaet.de/ // http://www.berliner-zeitung.de/berlin/vattenfall-film–energieland–ein-auftrag-der-besonderen-art-10683862


Dienstag 03.05.16 – 18Uhr – ZHG009

Prof. Peter Hennicke des Wuppertaler Institutes zu „Die große Transformation zur grünen und gerechten Ökonomie: Eine machbare Vision?“

wupperinst.org/c/wi/c/s/cd/15/ // dbu.de/123artikel35650_2418.html

Nähere Informationen unten im Text & alle Veranstaltungen finden immer kostenfrei im ZHG009 um 18Uhr statt.

Zusätzlich:

MI 04.05.16 – 18Uhr – ZHG0104:
Info- und Mobiveranstaltung für das Klimacamp 2016 & riesiges Mosaikposter zu „The true cost of coal“ zu Kohleabbau in den Appalachen
von Ökologie-Referat des AStA Uni Göttingen

 

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Im Anschluss an die letzte Veranstaltungsreihe im Wintersemester 15/16 bildete sich die Hochschulgruppe „Greening The University“ neu und arbeitet gerade an einer Strategie und einem Forderungskatalog für eine nachhaltigere Universität im Bezug auf Ernährung, Müllaufkommen, Alternativangeboten und Emissionseinsparung. Weitere Informationen unter:

qhandelblog.wordpress.com/home/greening-the-university-goettingen-seite/
Es fanden bereits Veranstaltungsreihen „Gesellschaft und Nachhaltigkeit“ statt: im WiSe 14/15 lief der über Crowdfunding finanzierte Film „The Age of Stupid“ und Fatih Akins „Müll im Garten Eden“. Jüngst im Wintersemester 2015/16 liefen Dokumentarfilme wie „10Milliarden“ von Foodsharingmitgründer Valentin Thurn, „Das Salz der Erde“ von Wim Wenders und „Chasing Ice“ über den Rückgang der Gletscher; auch waren ReferentInnen eingeladen wie Dana Giesecke der Stiftung Futur2, Autor und Politologe Stefan Kreutzberger und Suffizienzforscher Oliver Stengel des Wuppertaler Institutes. Dieses Sommersemester wird wieder 3 Dokumentarfilme und 3 Vorträge zu sehen geben.

lausitzcamp.info // ende-gelaende.org

Im Kontext des im Mai stattfindenden Klimacamp in der Lausitz werden noch vor dem Klimacamp Dokumentarfilme zum Thema Braunkohle in der Lausitz gezeigt. Dabei wird am Dienstag den 26.04.16 die über Crowdfunding finanzierte Langzeitdokumentation „BrückenJahre“ und die zwiespältigerweise von Vattenvall finanzierte Doku „Energieland“ am Donnerstag den 28.04.16 zu sehen sein. Den renommierten Ökonom und Hochschullehrer Prof. Peter Hennicke, ehemaliger Präsident des Wuppertaler Institutes, wird uns am Dienstag den 03.05.16 mit einem Vortrag zum Thema „Die große Transformation zur grünen und gerechten Ökonomie: Eine machbare Vision?“ besuchen.

Die Veranstaltungen sind für StudienanfängerInnen und Studierende fortgeschrittenen Semesters sowie und normale Interessierte kostenfrei offen. Diese sollen zur ehrenamtlichen oder wissenschaftlichen Weiterverfolgung anregen. Die Reihe ist durch die Sozialwissenschaftliche Fakultät gefördert. Wir freuen uns über Feedback an gesellnachhaltigkeit15@gmx.de.

 

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Dienstag 26.04.2016 – 18Uhr – ZHG009

BrückenJahre (2014, 98min, D) mit Filmemacher Peter Benedix

brueckenjahre.de // startnext.com/brueckenjahre

Der Dokumentarfilm „BrückenJahre“ soll das Spannungsfeld Umsiedlung, Energie und Arbeit durch den Energieträger Braunkohle beleuchten. Ein Team um den Filmemacher Peter Benedix begleitete mehr als fünf Jahren Menschen in der Lausitz, deren „Heimat“ von einer Umsiedlung durch einen nahenden Braunkohletagebau bedroht ist. Der Film beschäftigt sich aber nicht einseitig mit einem Blick auf eine verfahrene Situation, sondern beleuchtet dabei möglichst verschiedene Perspektiven. Das Filmprojekt wurde maßgeblich durch Crowdfunding finanziert und erfreut sich seit der Veröffentlichung 2014 über Aufsehen bei Filmfestivals, Bildungsträgern und Fernsehsendern.

Seit vielen Jahrzehnten befindet sich am östlichsten Teil der Grenze zwischen Brandenburg und Sachsen das Lausitzer Braunkohlerevier. Beeindruckende, erhaben anmutende Aufnahmen von arbeitenden Kohlebaggern: die Luft staubt smogartig – in der DDR wurden solche Verhältnisse in der Wetteransage „Industrienebel“ genannt –, rotbraun getünchte, impressionistische „Industrieromantik“.

Energie kontra „Heimat“ – Arbeit kontra Zukunft. Wohin führt uns der aktuell eingeschlagene Weg in Sachen Braunkohle? Die Menschen in den von der Abbaggerung bedrohten Orten, müssen die Jahre von der Bekanntgabe der Abbaggerung 2008 bis zum bisher nicht bestätigten Beginn der Räumung 2017 irgendwie überbrücken. Braunkohle wird schon seit Jahrzehnten als Brückentechnologie beschrieben – allerdings weiß auch hier niemand, in welche Epoche diese „Brücke“ führt. Die größte zusammenhängende von Menschen gebaute Maschine, die Kohleförderbrücke F60, versorgt jeden Tag Menschen mit energiereicher Braunkohle, Arbeitsplätzen und „Zukunftsperspektiven“ bedroht Meter um Meter nahe Dörfer. Argumente, Volksbegehren und Verfassungsklagen scheitern und Protest gegen das alteingesessene schwedische Energieunternehmen kommt auf.

Es stellt sich die Frage was fernab von „Sensationsjournalismus“ und Lobbyinteressen passiert und welche Positionen KohlegegnerInnen und KohlebefürworterInnen vertreten neben Statistiken, langen Zahlenkolonnen und einseitiger „Klientelpropaganda“. Es ist eine Momentaufnahme der Gesellschaft im Bezug auf eine „Brückentechnologie“ und soll zur weiteren Beschäftigung mit dem Thema anregen. Im Anschluss an die Vorführung soll gern mit dem Filmemacher gesprochen und diskutiert werden.

 

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Donnerstag 28.04.2016 – 18Uhr – ZHG009

Energieland (2011, 86min, D, Johanna Ickert)

energieland-film.de // www.filmuniversitaet.de // berliner-zeitung.de/berlin/vattenfall-film–energieland

Der Stromkonzern Vattenfall will in Ostbrandenburg ein CO2-Endlager für seine Kohlekraftwerke errichten – und damit auf gewinnträchtige Weise „das Weltklima retten“. Die Gegner der CCS-Technologie fürchten nicht nur die Risiken der Verpressung, sondern eine Zementierung des bestehenden Energiesystems. Ein Film über die demokratischen Herausforderungen der Energiewende. Der Film entstand in einer Kooperation des Konzerns Vattenfall mit der Filmhochschule Babelsberg. ENERGIELAND ist eine Produktion der Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF. Die Regisseurin hat den Film unter der Maßgabe realisiert, dass das Unternehmen keinerlei Einfluss auf Dreharbeiten und Endprodukt nehmen darf. Ein spannendes filmisches Unterfangen.

Draußen eine braune Wüste, hinterlassen von Abraumbaggern im Lausitzer Kohletagebau. Drinnen eine Wand aus Monitoren, bläuliches Kunstlicht: das Kontrollzentrum des Kraftwerks Jänschwalde. Die Kontraste, die der Film zeigt, sind hart. Schon von der Bebilderung. Erst recht aber, wenn die Beteiligten zu Wort kommen, die MitarbeiterInnen des Energiekonzerns Vattenfall und dessen KritikerInnen. Sie reden, als würden sie „unterschiedliche Sprachen“ sprechen; und keiner versteht die des anderen. So ist es in der Lausitz, wenn es um die Kohle geht. Dafür oder dagegen, dazwischen gibt es nicht viel. So war das auch, als die Diskussion über die unterirdische Lagerung von Kohlendioxid begann, das als Abfallprodukt bei der Kohleverstromung entsteht und die Erdatmosphäre schädigt: Dafür oder dagegen. Diesen Konflikt zeigt der Dokumentarfilm „Energieland“ der jungen Regisseurin Johanna Ickert der Filmuniversität Babelsberg. Sie hat versucht die beiden Seiten „gleichermaßen zu Wort kommen zu lassen“ und bewegt sich dabei auf einem schmalen Grad.

Denn das Geld für die Realisierung des Projektes stammt ausgerechnet von Vattenfall. Anfang 2010 hatte der Konzern bei der Filmhochschule angefragt, ob sie etwas über das Kohlendioxid-Verpressungsverfahren CCS machen könnte. Gedacht war an einen Animationsfilm, doch es kamen „erhebliche Widerstände“ an der Hochschule gegen eine solche Auftragsarbeit auf. Ickert bewarb sich; es habe sie gereizt „wie die Menschen vor Ort mit dem Klimawandel als globalem Thema umgehen“. Eine Zensur oder Endabnahme durch den Geldgeber wurde vertraglich ausgeschlossen, das war Bedingung. Gleichzeitig traf das Vorhaben bei Vattenfall-GegnerInnen anfangs auf Misstrauen. Geschwunden sei das erst im Laufe der einjährigen Drehzeit; sie habe die Finanzierung durch den Stromkonzern auch immer offen angesprochen, was ihr ebenfalls ermöglichte überhaupt Vattenfall-Mitarbeiter vor die Kamera zu bekommen. Die Kontraste der Aussagen der verschiedenen Lager sind drastisch. Vattenfall gibt sich trotzdem zufrieden: „Der Film funktioniert sehr gut insofern, als darüber diskutiert wird“. Von lebhaften Debatten bei bisherigen Vorführungen in Leipzig oder Cottbus berichtet auch die Filmemacherin Ickert.

 

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Dienstag 03.05.16 – 18Uhr – ZHG009

Prof. Peter Hennicke des Wuppertaler Institutes zu „Die große Transformation zur grünen und gerechten Ökonomie: Eine machbare Vision?“

wupperinst.org/c/wi/c/s/cd/15 // dbu.de/123artikel35650_2418.html

Wir freuen uns einen renommierte Person aus Wissenschaft und Politik eingeladen zu haben. Peter Hennicke (* 1942) ist ein deutscher Ökonom und Hochschullehrer. Er ist tätig in Forschung und der Lehre von Wirtschafts- und Entwicklungstheorien, sowie in Wirtschafts- und Energiepolitik. Er ist Experte in Weiterentwicklung energiewirtschaftlicher Konzepte unter ökologischen Gesichtspunkten und mit Einsatz erneuerbaren Energien.

2000 bis 2008 war Hennicke die Nachfolge von Ernst Ulrich von Weizsäcker als Amtierender Präsident des Wuppertaler Instituts für Klima, Umwelt, Energie. 2014 wurde er in den globalen Think Tank des „Club of Rome“ aufgenommen und wurde mit dem „Umweltpreis der Bundesstiftung Umwelt“ ausgezeichnet.

2010 veröffentlichte er mit Susanne Bodach das Buch „Energierevolution: Effizienzsteigerung und erneuerbare Energien als neue globale Herausforderung“: „Die Energieversorgung der Zukunft ist unsicher. Ein radikaler Kurswechsel steht uns bevor: Noch dominieren global die fossilen Energieträger Öl, Kohle und Erdgas das Energiesystem. Doch ihr Ende ist absehbar: Sie verursachen politische und gesellschaftliche Konflikte, Preisrisiken und beeinflussen das Klima in verheerender Weise. Die Atomenergie ist keine Alternative, sie verlagert Risiken statt sie abzubauen. Dieses Buch zeigt, wie eine Energieversorgung ohne fossile Energieträger und ohne Uran gelingen [könnte].“

Und 2012 erschien das Buch „Energiewende nach Fukushima: Deutscher Sonderweg oder weltweites Vorbild?“: „Der Energieexperte Hennicke und der Wirtschaftsprofessor Welfens bieten eine Analyse der Möglichkeiten und Probleme der deutschen Energiewende einschliesslich Kritik an indirekten Subventionen für Kernkraft und Kohle.“

In seinem Vortrag behandelt er die „Entwicklung der Energiewende“ in Wirtschaft und Politik auf nationaler und internationaler Ebene: Die große Transformation zur grünen und gerechten Ökonomie: Eine machbare Vision?“

Bild Brückenh

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